Bin ich schwanger?

Die Antwort auf die Frage „bin ich schwanger“ können Eltern mit Kinderwunsch kaum erwarten. Die drei Wörter können aber auch zur Zerreißprobe werden, wenn ein Kind gerade so gar nicht in die Lebensplanung passt. Doch was sind typische Anzeichen für eine Schwangerschaft und welchen kann Frau vertrauen?

Fruchtbare Tage

Bin ich schwanger oder nicht? Frauen, die ihren Zyklus kennen, tun sich etwas leichter, mit der Antwort, denn schwanger werden gelingt nur an wenigen Tagen im Monat. Entscheidend ist der Zeitpunkt des Eisprungs, auch Ovulation genannt. Um zu wissen, wann das Ei springt, muss Frau die Länge ihres Zyklus kennen. Also heißt es Tage zählen. Mit dem Einsetzen der Regelblutung geht es los. Bis zur erneuten Blutung können zwischen 23 (kurzer Zyklus) oder auch mal bis zu 35 Tage (langer Zyklus) vergehen. Das Ei springt immer etwa in der Zyklusmitte, bei einem 28-Tage-Zyklus an Tag 15. Danach ist die Eizelle für ungefähr 12 bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Einen Tag vor und einen nach dem Eisprung (Ovulation), sind also die heißen Tage zum schwanger werden. Ist der Zyklus länger, rutschen die super fruchtbaren Tage nach hinten, bei kürzerem Zyklus weiter nach vorne. Ganz so eng ist das Zeitfenster dann aber doch nicht: Bei einer Zykluslänge von 28 Tagen kann bereits ab Tag 10 nach Einsetzen der Periode eine Befruchtung gelingen. Das liegt daran, dass die Spermien des Mannes zwei bis fünf Tage im Körper der Frau überleben können. Zwischen dem 10. und 16. Tag sollten Paare mit Kinderwunsch also Gas geben.

Bin ich schwanger? Ein Zykluskalender hilft

Den eigenen Zyklus kennen, ist der erste Schritt, um die Wahrscheinlichkeit für „bin ich schwanger“ etwas einzugrenzen. Im besten Fall sind aber auch die Tage bekannt, an denen ungeschützter Geschlechtsverkehr stattgefunden hat. Für Paare mit Kinderwunsch ist ein Zykluskalender ratsam. Vorlagen sind im Netz als PDF frei verfügbar. Dort lassen sich dann Blutung, fruchtbare Tage und Geschlechtsverkehr markieren. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Zyklus-Apps, die Gleiches leisten. Möglich ist ebenfalls, einen Ovulationstest durchzuführen. Als einziges Mittel zur Verhütung sind aber keine der Methoden zu empfehlen! Zwar ist es, auch wenn schwanger werden so überhaupt nicht in die Lebensplanung passt, gut, seinen Monatszyklus zu kennen. Gerade aber Frauen, die die Frage „bin ich schwanger“ ausdrücklich mit „Nein“ beantwortet haben möchten, sollten unabhängig von den fruchtbaren Tagen immer eine sichere Form der Verhütung wählen! Denn nicht immer ist auf den Zyklus Verlass: Stress, Schlafmangel oder Diäten stören das System.

„Denn nicht immer ist auf den Zyklus Verlass: Stress, Schlafmangel oder Diäten stören das System…“

Bin ich schwanger – was sagt der Körper?

Frauen, die sich fragen, bin ich schwanger, achten besonders auf erste körperliche Veränderungen. Tatsächlich stellt sich der weibliche Körper relativ rasch auf seine neue Aufgabe ein, sobald es sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter gemütlich gemacht hat: die Plazenta wächst, der Hormonspiegel verändert sich und die Blutmenge steigt. Das macht sich bemerkbar. Doch der Körper einer Frau reagiert gerade in den ersten Wochen ganz unterschiedlich auf eine Schwangerschaft und die damit verbundenen Veränderungen. Bin ich schwanger oder nicht lässt sich anhand körperlicher Befindlichkeiten daher nicht zweifelsfrei beantworten. Die einen müssen sich täglich mehrmals Übergeben, andere fühlen sich pudelwohl. Es gibt Frauen, die behaupten, das Einnisten der Eizelle zu spüren, andere wiederum wundern sich nach sechs Wochen über das Ausbleiben der Regel, fühlen sich aber wie immer. So richtig zeigen sich die typischen Symptome meist erst etwa vier Wochen nach Befruchtung. Egal wie viele der folgenden möglichen körperlichen Symptome vorliegen, ein Verdacht muss zusätzlich immer mit einem Schwangerschaftstest und/oder einem Besuch beim Frauenarzt bestätigt werden.

Ständig gereizt – bin ich schwanger?

Bin ich schwanger, wenn ich nah am Wasser gebaut bin oder überempfindlich und gereizt reagiere? Ausgelöst durch die großen Mengen an neuen Hormonen, die im Umlauf sind, sind Stimmungsschwankungen zu Beginn einer Schwangerschaft nicht ungewöhnlich. Doch nicht selten leiden Frauen auch an den Tagen vor den Tagen unter einem Wechselbad der Gefühle (prämenstruelles Syndrom). Es sollten also noch ein paar weitere Indizien hinzukommen.

Die Brust spannt – bin ich schwanger?

Bei einer Schwangerschaft reagieren die Brustdrüsen meist recht schnell auf die neuen Hormonmengen. Die Gefäße weiten sich, die Durchblutung steigt, das Volumen nimmt zu oder die Brustwarzen sind gereizt und empfindlich. Ebenso wie mit den Stimmungsschwankungen verhält es sich leider auch mit dem Spannungsgefühl in den Brüsten. Manchmal führt auch der prämenstruelle Hormonanstieg zu Schmerzen in der Brust. Ein paar weitere Symptome wären also nicht schlecht, um die Frage „bin ich schwanger“ zweifelsfrei zu klären.

Bauchschmerzen – bin ich schwanger?

Bin ich schwanger oder sind es Anzeichen für Regelschmerzen? Sogenannte Einnistungsschmerzen können auftreten, wenn es sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter bequem macht. Sie sind dann aber deutlich schwächer, als die normalen Regelschmerzen, also eher ein Ziehen im Unterleib, und gehen nicht mit der typischen Menstruationsblutung, sondern – wenn überhaupt – mit einer Schmierblutung einher.

Magen-Darm oder bin ich schwanger?

Manch werdende Mutter trifft es richtig schlimm, oft gleich von Anfang an: Eimer oder Spucktüte immer griffbereit, geht es mitunter ziemlich an die Substanz. Schuld an der Übelkeit ist ebenfalls ein Hormon, das humane Choriongonadotropin, kurz beta-hCG. Ist der Verdacht einer Magen-Darm-Grippe ausgeräumt und hält die Übelkeit an, ist eine Schwangerschaft naheliegend.

Immer müde und schlapp – bin ich schwanger?

Müdigkeit, Erschöpfung und Kreislaufprobleme sind gerade in den ersten Wochen einer Schwangerschaft, aber auch in den Folgemonaten, nicht selten. Bin ich schwanger, schaltet der Körper sofort auf Schwangerschaftsprogramm. Um sicherzustellen, dass Kind und Plazenta ausreichend versorgt sind, fördern Hormone wie Prostaglandin die Durchblutung. Die Gefäße weiten sich, die Blutproduktion steigt und nicht selten sinkt damit verbunden der Blutdruck.

Ekel oder Heißhunger – bin ich schwanger?

Die geliebte Zigarette oder der Kaffee am Morgen schmecken plötzlich überhaupt nicht mehr und lösen vielleicht sogar Ekel und Übelkeit aus? Oder der Geruch des sonst so geliebten Parfums ist plötzlich unerträglich? Ekel und Abneigung können durchaus den Beginn einer Schwangerschaft anzeigen. Bei ungesunden Dingen ein guter Schutzmechanismus, um Schädliches vom Fetus fern zu halten.

Bin ich schwanger, wenn ich plötzlich Heißhunger habe? Ja, auch das ist möglich. Nicht immer ist es die klassische Essiggurke oder Schokolade. Es kann auch ganz andere Nahrungsmittel oder Speisen treffen, von denen Frau plötzlich nicht genug bekommt und nicht immer muss das ungesund sein. Der Körper sendet Signale und verlangt nach Nahrungsmittel, die seinen erhöhten Nährstoffbedarf decken. Zwar setzen Gelüste und Heißhungerattacken meist erst im weiteren Verlauf der Schwangerschaft ein, doch auch zu Beginn erwischt es schon die ein oder andere Schwangere. Doch auch hier gilt, es könnte auch an den bevorstehenden Tagen liegen, wenn Frau eine Tafel Schokolade nullkommanichts verputzt.

Blasenentzündung oder bin ich schwanger?

Ein vermehrter Harndrang kann ein weiteres Indiz für eine erfolgreiche Befruchtung sein. Allerdings drückt am Schwangerschaftsbeginn noch nicht das Kind auf die Blase. Schuld für den Run aufs Klo ist das Hormon Prostaglandin, das in der Schwangerschaft steigt und dafür sorgt, dass sich die Gefäße weiten und die Muskeln lockern. Frau muss daher nicht nur öfter aufs Klo flitzen, zudem fühlt sich der gesamte Bauch weicher und lockerer an.

Temperaturanstieg

Frauen, die mit der Temperaturmethode ihren Zyklus beobachten und auf diese Weise eine Schwangerschaft planen (oder verhüten), erkennen ihren Eisprung an einer leicht erhöhten Körpertemperatur (etwa +0,5°). Diese sinkt nach der Ovulation wieder (auf etwa 36,5 bis 37°). War die Befruchtung jedoch erfolgreich, bleibt die Temperatur auf diesem leicht erhöhten Niveau. Bei einer konstant erhöhten Körpertemperatur (kein Fieber!) ist eine Befruchtung relativ wahrscheinlich.

Keine Periode – bin ich schwanger?

Sicherstes Anzeichen dafür, schwanger zu sein, ist das Ausbleiben der monatlichen Regelblutung. Doch leider bringt auch dies keine 100-prozentige Gewissheit. Verschiedenen Faktoren beeinflussen das System: Stress, psychische Belastung oder Mangelernährung verzögern den Zyklus oder können ihn sogar ganz zum Erliegen bringen. Auch nach dem Absetzen eines hormonellen Verhütungsmittels wie der Pille, sind längere Zyklen nicht ungewöhnlich. Hier dauert es mitunter bis zu neun Monate, bis sich wieder ein normaler Rhythmus einpendelt. Bleibt die Periode aus, sind ein Schwangerschaftstest und der Besuch beim Frauenarzt ratsam.

Bin ich schwanger trotz Periode?

Andersrum geht es nicht: Eine Schwangerschaft trotz Periode ist nicht möglich. Zu Missverständnissen führen allerdings Blutungen, die gerade in den ersten Schwangerschaftsmonaten nicht selten sind und so manche Frau mit ihrer Regel verwechselt. Je nachdem, wann und in welchem Ausmaß diese Blutungen auftreten, kommen unterschiedliche Auslöser infrage:

  • Einnistungsblutung: etwa um den Tag der normalen Regelblutung herum, allerdings deutlich schwächer und kürzer
  • Hormonumstellung: etwa in der 5. bis 8 Schwangerschaftswoche, leichte Schmierblutung
  • Eileiterschwangerschaft: meist zwischen der 6. bis 9. Schwangerschaftswoche, Schmierblutungen, aber auch Blutgerinnsel oder Gewebe
  • Fehl- oder Frühgeburt: in den ersten Wochen oder zu fortgeschrittener Schwangerschaft, starke, meist schmerzhafte Blutung

Bin ich schwanger trotz Pille?

Bei einer hormonellen Form der Verhütung kann es vorkommen, dass die Blutung am Monatsende ausbleibt. Das muss nicht zwangsläufig bedeuten schwanger zu sein. Die Pille ist eines der sichersten Verhütungsmittel. Der häufigste Grund, warum Frauen trotz hormoneller Verhütung schwanger werden, ist schlicht: Pille vergessen! Zudem führen Durchfall und Erbrechen oft dazu, dass der Körper den Wirkstoff nicht in ausreichender Menge aufnimmt und die Wirkung der Pille schwindet. Und was viele nicht wissen, auch bestimmte Medikamente (Antibiotikum, Johanniskraut) können die Sicherheit der Pille beeinträchtigen.

Bin ich schwanger? Das schafft Gewissheit

Einfachste Methode, um zu klären, bin ich schwanger oder nicht, ist erst einmal ein Schwangerschaftstest aus der Apotheke oder der Drogerie. Hier versprechen manche Anbieter ein sicheres Ergebnis schon einige Tage vor der nächsten Menstruationsblutung. Gleich nach dem Sex macht ein Test aber keinen Sinn. Der Wert des schwangerschaftserhaltenden Hormons Human Chorion Gonadotropin (HCG) steigt erst, nachdem sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter eingenistet hat. Für diesen Weg braucht die Eizelle schon mal etwa eine Woche. Bis die Konzentration dann wirklich messbar ist, vergehen nochmal ein paar Tage. Die sichersten Ergebnisse liefert der Test zum Zeitpunkt der erwarteten nächsten Periode.

Doch egal ob ein Schwangerschaftsfrühtest ein paar Tage vor Zyklusende oder ein Schwangerschaftstest nach Ausbleiben der Regelblutung: eine Restunsicherheit bleibt.

Test positiv: bin ich schwanger?

Ist der Test positiv, ist trotzdem zeitnah ein Besuch beim Gynäkologen mit weiteren Untersuchungen wichtig, um das Ergebnis zu bestätigen. Denn ein Schwangerschaftstest reagiert auch positiv, wenn eine Eileiterschwangerschaft vorliegt. Dann hat sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutter eingenistet (Extrauteringravität), ein Zustand, der durchaus lebensbedrohlich werden kann.

Test negativ: bin ich schwanger?

Eine Schwangerschaft ist nicht ausgeschlossen, wenn der Test negativ ist, denn – wie schon beschrieben – nicht immer ist die Methode sensitiv genug. Das Schwangerschaftshormon steigt zwar nach der Befruchtung, allerdings nicht bei jeder Frau gleich schnell und stark. Mitunter ist die produzierte Menge hCG für ein eindeutiges Ergebnis noch nicht ausreichend und für den Test war es schlicht etwas zu früh. Dann ist Geduld gefragt. Vielleicht erscheint schon eine Woche später der ersehnte positive Strich. Gewissheit kann auch eine eingehende Untersuchung beim Frauenarzt bringen.

„Eine Schwangerschaft ist nicht ausgeschlossen, wenn der Test negativ ist, denn nicht immer ist die Methode sensitiv genug…“

Bin ich schwanger? Das macht der Arzt

Auch beim Gynäkologen kommt erst mal ein schneller Urintest zum Einsatz. Die Kosten hierfür übernimmt in diesem Fall die Krankenkasse. Konnten weder Urin noch Ultraschall die Frage „bin ich schwanger“ eindeutig beantworten, kann der Gynäkologe eine Blutuntersuchung veranlassen. Damit gelingt ein Schwangerschaftsnachweis früher. Auch hier wird die HCG-Konzentration gemessen. Allerdings lässt sich ein erhöhter Wert im Blut schon neun Tage nach der Befruchtung erkennen. Statt ein paar Minuten, wie beim Urintest, dauert es hier jedoch meist einen Tag, bis das Ergebnis aus dem Labor vorliegt.

Ein bis zwei Wochen nach Ausbleiben der Regel kann der Arzt dann auch im Ultraschall erkennen, ob ein Baby „on board“ ist und ob die ersten Entwicklungsschritte gut verlaufen. Auch wenn auf dem ersten Foto noch kaum etwas zu erkennen ist, haben Eltern dann jedoch schwarz auf weiß eine Antwort auf die Frage „bin ich schwanger„.